Die wichtigsten Wall-Street-Indizes legten am Montag zu, da sich die Anlegerstimmung nach einer Entspannung im Nahen Osten verbesserte, nachdem die USA und der Iran sich auf ein Ende der jüngsten Angriffe geeinigt hatten. Gleichzeitig stiegen die Aktien von Comcast sprunghaft an, nachdem das Unternehmen Pläne zur Aufspaltung in zwei separate börsennotierte Unternehmen bekannt gegeben hatte.
Kampfpause
Technische Teams aus den USA und dem Iran, die an der Umsetzung eines befristeten Friedensabkommens arbeiten, werden sich voraussichtlich in den kommenden Tagen in Doha treffen, wie eine Quelle gegenüber Reuters am Montag mitteilte, nachdem gegenseitige Angriffe am Wochenende den fragilen Waffenstillstand gefährdet hatten.
Während diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Konflikts die Sorgen der Investoren gemildert haben, haben scharfe Rhetorik und wiederkehrende Spannungen in der Region zeitweise die Befürchtung einer umfassenderen Eskalation geweckt, die die Ölpreise in die Höhe treiben könnte.
„Die Friedensverhandlungen sind mehrfach gescheitert“, sagte Peter Andersen, Gründer von Andersen Capital Management. „Ich gehe davon aus, dass die meisten Marktteilnehmer den Rest der Woche abwarten werden.“
Marktentwicklung
Um 9:41 Uhr Ostküstenzeit stieg der Dow Jones Industrial Average um 280,09 Punkte bzw. 0,54 % auf 52.154,45.
Der S&P 500 legte um 58,50 Punkte bzw. 0,80 % auf 7.413,02 zu, während der Nasdaq Composite um 339,77 Punkte bzw. 1,34 % auf 25.637,39 stieg.
Acht der elf wichtigsten Sektoren des S&P 500 verzeichneten Kursgewinne, allen voran der Kommunikationsdienstleistungssektor mit einem Plus von 2,6 %.
Die Aktien von Comcast stiegen um 9,8 %, nachdem das Medien- und Kabelunternehmen Pläne zur Aufspaltung in zwei unabhängige börsennotierte Unternehmen durch die Ausgliederung von NBCUniversal und Sky im Rahmen einer steuerfreien Verteilung bekannt gegeben hatte.
Die Bedenken hinsichtlich KI verstärken die Unsicherheit.
Die bevorstehende Berichtssaison dürfte nach der bisher starken Performance in diesem Jahr die nächste große Bewährungsprobe für die Aktienmärkte darstellen.
„Der Anstieg des S&P 500 um 21 % in den letzten zwölf Monaten war ausschließlich gewinngetrieben, weshalb die Ergebnisse des zweiten Quartals 2026 ein entscheidender Faktor für die Bestimmung der nächsten Marktentwicklung sind“, sagte Ben Snider, Chefstratege für US-Aktien bei Goldman Sachs.
Er fügte hinzu, dass Bedenken hinsichtlich der Ausgaben für künstliche Intelligenz eine neue Ebene der Unsicherheit in die Marktaussichten eingeführt hätten.
Der Kurssturz der letzten Woche belastete bei Anlegern beliebte Aktien wie Halbleiterwerte und die sogenannten „Magnificent Seven“ stark und führte zu Wochenverlusten sowohl beim Nasdaq als auch beim S&P 500. Der Dow Jones hingegen zeigte sich widerstandsfähiger und legte in der Woche um 0,6 % zu.
Am Montag legte der Informationstechnologiesektor jedoch um 0,8 % zu und war auf dem besten Weg, seine fünf Handelstage andauernde Verlustserie zu beenden.
Die Anleger erwarten zudem, dass die US-Notenbank Federal Reserve in diesem Jahr mindestens einmal den Leitzins erhöhen wird, um die Inflation einzudämmen. Diese Erwartungen könnten im Laufe dieser Woche nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für Juni neu bewertet werden.
Die Aktien von SpaceX legten um 2,3 % zu, nachdem die Nasdaq bekannt gegeben hatte, dass das kürzlich börsennotierte Unternehmen am 7. Juli in den Nasdaq-100-Index aufgenommen wird.
Unterdessen fielen die Aktien von Martin Marietta Materials um 5 %, nachdem das Unternehmen eine Fusion im Wert von 13,5 Milliarden Dollar mit dem Kalksteinlieferanten Lhoist North America angekündigt hatte.
Veridian Therapeutics verzeichnete einen Kursanstieg von 6,6 %, nachdem die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA die Behandlung des Unternehmens für endokrine Orbitopathie zugelassen hatte.
An der New Yorker Börse überwogen die Kursgewinne die Kursverluste im Verhältnis 1,15 zu 1 und an der Nasdaq im Verhältnis 1,47 zu 1.
Der S&P 500 verzeichnete keine neuen 52-Wochen-Hochs oder -Tiefs, während der Nasdaq Composite ebenfalls keine neuen Jahreshochs oder -tiefs verzeichnete.