Die Ölpreise stiegen am Donnerstag um 1 %, unterstützt durch Anzeichen einer starken Nachfrage in den Vereinigten Staaten, während die Unsicherheit hinsichtlich der Bemühungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine dem Markt zusätzliche Unterstützung gab.
Die Brent-Futures stiegen bis 10:12 GMT um 64 Cent oder fast 1 % auf 67,48 USD pro Barrel und näherten sich damit einem Zweiwochenhoch. Die US-Futures der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stiegen ebenfalls um 65 Cent oder 1 % auf 63,36 USD pro Barrel. Beide Kontrakte hatten in der vorherigen Handelszeit um mehr als 1 % zugelegt.
Russland erklärte am Mittwoch, dass Versuche, die Sicherheitsprobleme im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine ohne die Beteiligung Moskaus zu lösen, in eine Sackgasse führten.
Der unabhängige Analyst Gaurav Sharma sagte: „Sollte es dem Weißen Haus gelingen, die Feindseligkeiten in der Ukraine zu beenden und Russland allmählich auf die internationale Bühne zurückkehrt, wäre das ein negativer Faktor für den Ölpreis. Derzeit bleibt die Marke von 65 Dollar pro Barrel jedoch eine Untergrenze für den Brent-Preis, die es zu beobachten gilt.“
Unterdessen kündigte US-Präsident Donald Trump zusätzliche Zölle von 25 Prozent auf indische Waren ab dem 27. August an. Als Grund nannte er Indiens Käufe russischen Rohöls, die rund 35 Prozent der gesamten Ölimporte Indiens ausmachen. Russische Regierungsvertreter in Neu-Delhi erklärten am Mittwoch, Moskau werde Indien trotz US-Warnungen voraussichtlich weiterhin mit Öl beliefern.
Angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die Fortschritte bei der Beendigung des Krieges in der Ukraine ist die Aussicht auf schärfere Sanktionen gegen Russland erneut aufgetaucht und hat die optimistische Stimmung unter den Händlern verstärkt, so Thomas Varga, Analyst bei PVM Oil Associates.
Gleichzeitig zeigten Daten der US-Energieinformationsbehörde (EIA) vom Mittwoch, dass die Rohölvorräte in der vergangenen Woche um 6 Millionen Barrel auf 420,7 Millionen Barrel gesunken sind. In einer Reuters-Umfrage wurde ein Rückgang um 1,8 Millionen Barrel erwartet.
Ashley Kelty von Panmure Liberum merkte an, dass der starke Rückgang der Lagerbestände auf eine stärkere Nachfrage hindeute, die steigenden Rohölstände am Cushing-Hub jedoch darauf schließen ließen, dass die tatsächliche Nachfrage schwächer ausfallen könnte, wobei der stärker als erwartete Rückgang teilweise auf höhere Raffineriedurchsätze und erhöhte Exporte zurückzuführen sei.
Der US-Dollar fiel am Donnerstag, da die Anleger auf geldpolitische Signale vom Jackson Hole-Symposium der US-Notenbank warteten, während nach dem jüngsten Angriff von Präsident Donald Trump die Sorgen über die Unabhängigkeit der Zentralbank wieder aufkamen.
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