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Gold hält sich über 4.000 Dollar, während der Countdown der Fed beginnt, Silber erholt sich deutlich.

Economies.com
2026-07-29 09:47 UTC

Nach zwei turbulenten Handelstagen beruhigten sich die Edelmetallmärkte am Mittwoch endlich. Gold legte leicht zu, da Anleger vor der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve ihre aggressiven Positionen reduzierten, während Silber nach den starken Verlusten des Vortages eine deutliche Erholung verzeichnete.

Um 9:37 Uhr GMT notierte der Goldpreis bei rund 4.036,09 US-Dollar pro Unze, ein Plus von 0,22 % im Tagesverlauf. Die US-Gold-Futures bewegten sich bei etwa 4.037,30 US-Dollar. Silber entwickelte sich erneut besser und stieg um etwa 1,3 % auf 57,86 US-Dollar pro Unze, da Schnäppchenjäger wieder in den Markt einstiegen.

Ein Markt, der auf die Fed wartet

Der heutige Schritt zeugt von wenig Überzeugung, und genau das ist der Punkt.

Statt auf große Kursbewegungen zu setzen, scheinen Anleger die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Laufe des Tages abzuwarten. Es wird zwar allgemein erwartet, dass die Fed die Zinssätze unverändert lässt, doch der Fokus liegt vor allem darauf, ob Fed-Chef Kevin Warsh die wachsende Markterwartung bestärkt, dass eine weitere Zinserhöhung noch vor Jahresende möglich sein könnte.

Diese Unsicherheit hat sowohl Käufer als auch Verkäufer vorsichtig gemacht, sodass der Goldpreis trotz mehrerer gegenläufiger Marktkräfte in einer relativ engen Spanne gefangen ist.

Gold weigert sich, wichtige Unterstützungslinie aufzugeben

Das vielleicht bemerkenswerteste Merkmal des jüngsten Handels ist nicht der Anstieg des Goldpreises, sondern die Tatsache, dass er die Marke von 4.000 Dollar weiterhin verteidigt.

Normalerweise würden ein stärkerer US-Dollar und steigende Renditen von US-Staatsanleihen den Goldpreis deutlich stärker unter Druck setzen, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten des Haltens eines zinslosen Vermögenswerts erhöhen. Dennoch hat Gold immer wieder Käufer angezogen, sobald sich die Preise der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar näherten. Dies deutet darauf hin, dass Anleger trotz der zunehmend restriktiven US-Geldpolitik weiterhin zögern, ihre defensiven Positionen aufzugeben.

Diese Widerstandsfähigkeit spiegelt mehr als nur technische Käufe wider. Anhaltende geopolitische Unsicherheit und fortwährende Inflationssorgen bilden weiterhin eine stützende Grundlage und verhindern größere Verluste, obwohl die Erwartungen an eine restriktivere Geldpolitik gestiegen sind.

Silber erholt sich

Silber hingegen konnte nach dem starken Kursverfall am Dienstag einen Teil der Verluste wieder wettmachen.

Der Preisanstieg des Metalls um 1,3 % übertraf den Goldpreis deutlich und unterstreicht damit seine Tendenz, Kursbewegungen in beide Richtungen zu übertreiben. Im Gegensatz zu Gold profitiert Silber nicht nur von der Nachfrage nach sicheren Anlagen, sondern auch von den Erwartungen an die Industrieproduktion, wodurch es wesentlich sensibler auf Veränderungen der allgemeinen Marktstimmung reagiert.

Diese Kombination führt oft zu größeren täglichen Kursschwankungen, und die Erholung am Mittwoch war eine weitere Erinnerung an die höhere Volatilität des Silberpreises.

Der nächste Katalysator

Die Ruhe könnte sich als kurzlebig erweisen.

Die Märkte sehen derzeit eine realistische Wahrscheinlichkeit dafür, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen im Laufe des Jahres wieder anheben wird. Die nächste wichtige Sitzung im September dürfte dabei im Fokus stehen. Sollten die Fed-Politiker einen restriktiveren Kurs einschlagen oder signalisieren, dass die Inflationsrisiken weiterhin hoch sind, könnten die Renditen von US-Staatsanleihen und der US-Dollar weiter steigen, was den Druck auf Gold und Silber erhöhen würde.

Umgekehrt könnte jedes Anzeichen dafür, dass die Fed mit den Inflationsaussichten zufriedener wird, die Erwartungen an einen weniger restriktiven geldpolitischen Kurs wiederbeleben und damit den Weg für eine breitere Erholung bei den Edelmetallen ebnen.

Doch vorerst scheinen die Händler nicht bereit zu sein, diese Entscheidung zu treffen, bevor sie direkt von der Zentralbank hören. Daher verharren Gold und Silber in einer Warteschleife, während eine der am genauesten beobachteten politischen Entscheidungen des Jahres bevorsteht.

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