Die US-Börsen schlossen am Donnerstag niedriger, belastet durch Kursverluste bei Unternehmen wie Micron Technology und Tesla. Grund dafür waren Befürchtungen, dass steigende Ölpreise die Inflation anheizen und die Wahrscheinlichkeit künftiger Zinssenkungen verringern könnten.
Anleger konzentrierten sich am Mittwoch auf die Warnungen des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell. Dieser wies darauf hin, dass die wirtschaftlichen Aussichten angesichts des Krieges zwischen den USA und Israel und dem Iran weiterhin unsicher seien. Der Krieg habe die Energiepreise in die Höhe getrieben und den Inflationsdruck verstärkt. Die Fed beließ die Zinssätze erwartungsgemäß unverändert.
Laut dem CME FedWatch Tool deuten die Ergebnisse der Zinsfutures darauf hin, dass Händler vor Mitte 2027 keine Zinssenkungen erwarten.
Andere Zentralbanken folgten einem ähnlichen Kurs; sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank von England hielten die Zinssätze unverändert und verwiesen auf die anhaltende Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt.
Mike Dickson, Leiter der Forschungs- und Quantitativen Strategieabteilung bei Horizon Investments, sagte, der Markt verarbeite Powells Äußerungen zusammen mit Signalen anderer Zentralbanken, die auf reale Inflationsrisiken hinweisen.
Aktienperformance
Der S&P 500 fiel um 0,27 % und schloss bei 6.606,49 Punkten, während der Nasdaq um 0,28 % auf 22.090,69 Punkte nachgab. Der Dow Jones Industrial Average sank um 0,44 % und beendete den Handelstag bei 46.021,43 Punkten.
Acht der elf Sektoren des S&P 500 schlossen im negativen Bereich ab, angeführt vom Rohstoffsektor mit einem Minus von 1,55 %, gefolgt vom Konsumgütersektor mit einem Minus von 0,87 %.
Alle drei wichtigen Indizes schlossen unterhalb ihrer 200-Tage-Durchschnittslinien, was auf eine nachlassende Marktdynamik hindeutet. Der S&P 500 hat seit Jahresbeginn 2026 mehr als 3 % an Wert verloren und notiert nahe seinem niedrigsten Stand seit vier Monaten.
Öl und geopolitische Auswirkungen
Die Ölpreise gaben nach, nachdem Brent-Rohöl kurzzeitig die Marke von 119 US-Dollar pro Barrel erreicht hatte, bevor sie im Zuge staatlicher Fördermaßnahmen wieder fielen. Diese Entwicklung folgte auf iranische Angriffe auf Energieinfrastruktur im Nahen Osten.
Die Marktstimmung blieb eng mit den Entwicklungen im Konflikt verknüpft, da die Anleger höhere Energiepreise als einen wichtigen Treiber der Inflation und als Einschränkung für eine geldpolitische Lockerung ansehen.
Bemerkenswerte Kursbewegungen
Die Aktien von Nvidia fielen um 1 %, während die Kurse von Edelmetallunternehmen wie Newmont und Freeport-McMoRan um 6,9 % bzw. 3,3 % sanken.
Tesla verzeichnete einen Kursrückgang von 3,2 %, nachdem US-Regulierungsbehörden eine Untersuchung auf rund 3,2 Millionen Fahrzeuge, die mit dem Full Self-Driving-System von Tesla ausgestattet sind, ausgeweitet hatten. Als Grund wurden Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit des Systems genannt, Gefahren bei schlechten Sichtverhältnissen zu erkennen.
Arbeitsmarktdaten
Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zeigten einen unerwarteten Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, was auf die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes und eine mögliche Erholung der Einstellungsdynamik im März hindeutet.
Marktbreite
Im S&P 500 überwogen die Kursverluste die Kursgewinne im Verhältnis 1,4 zu 1, wobei 17 neue Höchststände und 26 neue Tiefststände verzeichnet wurden. An der Nasdaq erreichten 30 Aktien neue Höchststände, verglichen mit 276 neuen Tiefstständen.
Das Handelsvolumen an den US-Börsen erreichte rund 20 Milliarden Aktien und entsprach damit dem Durchschnitt der letzten 20 Handelstage.