Die US-Aktienkurse stiegen am Dienstag, angetrieben von Kursgewinnen bei Aktien von Advanced Micro Devices und Softwareaktien, da die Sorgen der Anleger über die disruptiven Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf bestimmte Branchen nachließen.
Der S&P 500 stieg um 0,8 %, der Nasdaq Composite legte um 1,1 % zu. Der Dow Jones Industrial Average gewann 416 Punkte bzw. 0,9 %, gestützt durch einen Kursanstieg von 3 % bei Home Depot, nachdem das Unternehmen erstmals seit einem Jahr die Erwartungen übertroffen hatte. Auch die Erholung von IBM – deren Aktienkurs am Vortag aufgrund von Bedenken im Zusammenhang mit KI stark gefallen war – trug zu den Kursgewinnen des Dow bei.
AMD-Aktien stiegen um 10 %, nachdem Meta eine mehrjährige Vereinbarung mit dem Halbleiterhersteller bekannt gegeben hatte. Die Partnerschaft sieht den Einsatz von bis zu 6 Gigawatt AMD-Grafikprozessoren (GPUs) in KI-Rechenzentren vor. Meta wird zudem über eine leistungsabhängige Optionsvereinbarung in AMD investieren, die es dem Unternehmen ermöglicht, bis zu 160 Millionen Aktien zu erwerben.
Dieser Schritt folgt auf Metas Ankündigung der letzten Woche, Millionen von Nvidia-Chips für den Ausbau seiner Rechenzentren einzusetzen. Die Nvidia-Aktie stieg um 1 %.
DocuSign gehörte ebenfalls zu den Gewinnern und legte um 4 % zu, nachdem Anthropic bekannt gegeben hatte, dass sein Tool „Claude Cowork“ nun neben anderen Unternehmensanwendungen wie Google Drive und Gmail auch mit DocuSign integriert werden kann. Diese Ankündigung weckte bei den Anlegern die Hoffnung, dass künstliche Intelligenz Softwareunternehmen ergänzen und nicht ersetzen könnte.
Dieser Optimismus erstreckte sich auch auf andere Softwareunternehmen. Salesforce – das ebenfalls mit Anthropic zusammenarbeitet – legte um 4 % zu, während ServiceNow um 2 % stieg. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) gewann 3 %, liegt aber weiterhin mehr als 30 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Anshul Sharma, Chief Investment Officer bei Savvy Wealth, erklärte gegenüber CNBC: „Mir schien, der Markt habe eine ‚Erst verkaufen, dann fragen‘-Mentalität angenommen. Diese Vorgehensweise hielt eine Zeit lang an, weshalb selbst Unternehmenssoftware-Anbieter unter erheblichen Druck gerieten.“ Er fügte hinzu, die heutigen Kursbewegungen stellten eine „klassische Erholung nach einem Ausverkauf“ dar.
Sharma sagte außerdem, er sei nicht gänzlich überzeugt von der jüngsten Darstellung der Wall Street, wonach künstliche Intelligenz einen Großteil der Unternehmenssoftware schnell ersetzen werde.
Er sagte: „Aus rechtlicher Sicht ist es unrealistisch anzunehmen, dass große Unternehmen in den nächsten Monaten oder Quartalen plötzlich auf bewährte, getestete und ihren Risikomanagementstandards entsprechende Unternehmenssoftware verzichten und interne Alternativen entwickeln würden.“ Er fügte hinzu, der jüngste Kursverfall von Softwareaktien sei eine überstürzte Reaktion gewesen.