Der japanische Yen legte am Freitag im asiatischen Handel gegenüber einem Währungskorb aus wichtigen und weniger wichtigen Währungen zu und setzte damit seine Erholung zum zweiten Mal in Folge von einem Zweiwochentief gegenüber dem US-Dollar fort, nachdem Daten zeigten, dass die Kerninflation in Tokio schneller als erwartet anstieg.
Die Währung wurde zudem durch restriktivere Äußerungen von Kazuo Ueda, dem Gouverneur der Bank von Japan, gestützt, was die Tür für eine weitere geldpolitische Straffung im Land öffnete, da die Märkte auf weitere Hinweise zum Zeitpunkt potenzieller Zinserhöhungen in Japan warten.
Preisübersicht
• Japanischer Yen-Wechselkurs heute: Der US-Dollar fiel gegenüber dem Yen um 0,35 % auf 155,54 Yen, von einem Eröffnungskurs von 156,09 Yen, und erreichte ein Tageshoch von 156,22 Yen.
• Der Yen schloss am Donnerstag mit einem Plus von 0,2 % gegenüber dem Dollar und verzeichnete damit seinen ersten Anstieg seit drei Handelstagen. Dies ist Teil einer Erholung von einem Zweiwochentief bei 156,82 Yen.
Kerninflation in Tokio
Die heute in Japan veröffentlichten Daten zeigen, dass der Kernverbraucherpreisindex in Tokio im Februar im Jahresvergleich um 1,8 % gestiegen ist und damit die Markterwartungen von 1,7 % übertroffen hat, nachdem er im Januar bereits um 2,0 % gestiegen war.
Höher als erwartet ausgefallene Preisdaten in Japan dürften den Inflationsdruck auf die geldpolitischen Entscheidungsträger der Zentralbank verstärken und damit die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen in Japan in diesem Jahr erhöhen.
Kazuo Ueda
In einem Interview mit der Zeitung Yomiuri sagte Kazuo Ueda, dass die Bank grundsätzlich die Zinssätze weiter erhöhen werde, wenn die Wahrscheinlichkeit steige, ihre Wirtschafts- und Inflationsprognosen zu erreichen.
Ueda fügte hinzu, dass die Zentralbank die eingehenden Daten während der bevorstehenden geldpolitischen Sitzungen im März und April sorgfältig prüfen werde, bevor sie über weitere Zinserhöhungen entscheide.
Er wies zudem darauf hin, dass das Ergebnis der diesjährigen Lohnverhandlungen ein entscheidender Faktor sein könnte. Sollten die Lohnsteigerungen höher ausfallen als erwartet und die Unternehmen dadurch zu schnelleren Preiserhöhungen angeregt werden, könnte das Inflationsziel von 2 % früher als geplant erreicht werden.
Ueda erklärte, dass die Kerninflation das 2%-Ziel noch nicht nachhaltig erreicht habe, die Bank werde ihre Politik aber so ausrichten, dass das Ziel erreicht werde, ohne es übermäßig zu überschreiten. Er betonte, dass die Bank bei der Bekämpfung von Inflationsrisiken nicht „hinterherhinke“.
Japanische Zinssätze
• Aus den oben genannten Daten und Kommentaren geht der Markt davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt bei der März-Sitzung bei rund 15 % liegt.
• Die Preisgestaltung für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt bei der April-Sitzung liegt bei fast 45%.
• Laut einer aktuellen Reuters-Umfrage wird erwartet, dass die Bank von Japan die Zinssätze bis September auf 1% anheben wird.
• Um diese Erwartungen neu zu bewerten, warten die Anleger auf die Veröffentlichung von Daten zur Inflation, Arbeitslosigkeit und zum Lohnwachstum in Japan.
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