Das Weiße Haus hat große Technologieunternehmen aufgefordert, formelle Zusagen abzugeben, dass die rasche Expansion von Rechenzentren nicht zu höheren Stromrechnungen für amerikanische Haushalte führen wird, angesichts wachsender Besorgnis über den massiven Energiebedarf, der durch den Ausbau der künstlichen Intelligenz entsteht.
Die US-Regierung hat sich an große Unternehmen wie Microsoft und Alphabet gewandt – die beide ihre Politik nachdrücklich unterstützt haben –, um über die Unterzeichnung freiwilliger, unverbindlicher Vereinbarungen zu sprechen, in denen sich die Unternehmen verpflichten, „ihre eigenen Kosten zu decken“, während sie neue KI-Infrastruktur aufbauen.
Ein Kernpunkt des Vorschlags wäre, dass Betreiber von Großrechenzentren die Kosten für den Bau neuer Kraftwerke und die Modernisierung der Stromnetze, die für den Betrieb ihrer Anlagen erforderlich sind, vollständig tragen. Unternehmen würden zudem aufgefordert, langfristige Stromlieferverträge abzuschließen, um sicherzustellen, dass die Verbraucher nicht die finanzielle Last tragen müssen, falls die Nachfrage sinkt oder Projekte scheitern.
Die Initiative zielt darauf ab, Bedenken auszuräumen, dass das KI-getriebene Wachstum mit seinem enormen Strombedarf die US-Stromnetze, die bereits mit betrieblichen Engpässen zu kämpfen haben, zusätzlich belasten könnte.
Prognosen der Bundesregierung deuten darauf hin, dass sich der Strombedarf von Rechenzentren zwischen 2025 und 2028 verdreifachen könnte, was die alternden regionalen Stromnetze erheblich belasten würde. In einigen Gebieten sind die Strompreise bereits schneller gestiegen als die allgemeine Inflation, während die Energiepreise im Großhandel weiter steigen. Dadurch werden die Stromrechnungen der Haushalte im Vorfeld der Zwischenwahlen im November zu einem immer brisanteren politischen Thema.
Während seines Wahlkampfs versprach Präsident Donald Trump, die Strompreise innerhalb von 18 Monaten nach seinem Amtsantritt zu halbieren. Die Stromkosten für Privathaushalte sind jedoch weiterhin stetig gestiegen. In einem früheren Beitrag auf Truth Social erklärte der Präsident, Rechenzentren seien für die KI-Entwicklung unerlässlich, bestand aber darauf, dass Technologieunternehmen ihre Kosten selbst tragen müssten.
Eine freiwillige, unverbindliche Vereinbarung
Der vorgeschlagene Vertrag wäre rechtlich nicht bindend, und Beamte wiesen darauf hin, dass der Entwurf noch Änderungen unterliegen könnte. Die politischen Entscheidungsträger sind jedoch der Ansicht, dass öffentliche Zusagen Transparenz schaffen und den Wählern verdeutlichen könnten, dass die Regierung versucht, einen Anstieg der Lebenshaltungskosten durch KI-Infrastruktur zu verhindern.
Im Rahmen des ursprünglichen Konzepts würden Technologieunternehmen mit Bundes- und Landesbehörden zusammenarbeiten, um Energieverträge zu gestalten, die private Verbraucher bestmöglich schützen. Neben den Strompreisen würden Rechenzentrumsbetreiber auch sicherstellen, dass neue Standorte „wasserpositiv“ sind, Lärm- und Verkehrsbehinderungen minimieren und lokale Bildungs- und Gemeindeinitiativen unterstützen.
Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem einige US-Städte und -Bundesstaaten – darunter Atlanta und New Orleans – begonnen haben, Beschränkungen für neue Rechenzentrumsprojekte einzuführen, während im Januar mehr als 20 Projekte aufgrund von Widerstand aus der Bevölkerung verzögert oder abgesagt wurden.
Microsoft hat bereits angekündigt, zusätzliche Infrastrukturkosten im Zusammenhang mit seinen Rechenzentrumsplänen zu übernehmen, während das KI-Unternehmen Anthropic kürzlich erklärte, dass die Steuerzahler nicht die finanzielle Last der KI-Expansion tragen sollten.
Einige Branchenvertreter haben sich jedoch dagegen ausgesprochen und argumentiert, dass sie bereits die vollen Kosten ihres Stromverbrauchs tragen und dass angemessen gestaltete Tarifstrukturen die Verbraucher schützen können.
In Großbritannien hat die Energieregulierungsbehörde Ofgem eine Überprüfung der Wartelisten für Stromnetzanschlüsse eingeleitet, nachdem Anfragen von über 50 Gigawatt im Zusammenhang mit Rechenzentrumsprojekten eingegangen waren – mehr als die derzeitige tägliche Spitzenlast Großbritanniens.
Die Regulierungsbehörde warnte, dass die steigende Nachfrage nach Netzanschlüssen andere wichtige Energieprojekte verzögern könnte. Die Bauanträge für Rechenzentren in Großbritannien erreichten 2025 einen Rekordwert: Allein in England und Wales wurden über 60 neue Anträge eingereicht, ein Anstieg von 63 % gegenüber 2024.
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