Die heutigen Schlagzeilen vom Kryptomarkt drehen sich um einen starken Preisverfall, wobei die größte Sorge der Händler darin besteht, dass Bitcoin unter die Marke von 77.000 US-Dollar fallen könnte.
Der Rückgang erfolgte unter starkem Druck aufgrund von Inflationsängsten, steigenden Renditen von US-Staatsanleihen, geopolitischen Spannungen und einer neuen Welle von Liquidationen fremdfinanzierter Long-Positionen, die innerhalb weniger Stunden Hunderte von Millionen Dollar vom Markt vernichteten.
Bitcoin fällt aufgrund geringer Handelsvolumina.
Bitcoin fiel am Montag im Handel um mehr als 4 % und erreichte kurzzeitig die Marke von 76.000 US-Dollar, bevor er sich leicht erholte.
Viele Händler stellten fest, dass der Rückgang bei relativ geringen Handelsvolumina im Vergleich zu früheren Ausverkäufen stattfand.
Beobachter des Kryptomarktes wiesen darauf hin, dass der starke Kursverfall trotz unterdurchschnittlicher Verkaufsaktivität stattfand, was Spekulationen darüber auslöste, dass große Investoren, sogenannte „Wale“, den Markt nach unten trieben, während Privatanleger in Panik stürzten und verkauften.
Laut mehreren Händlern drückten Wale die Preise nach und nach nach unten und lösten damit Liquidationsschwellen aus, die an gehebelte Long-Positionen gekoppelt waren.
Mit der Liquidierung dieser Positionen verstärkte sich der Verkaufsdruck, da kleinere Anleger versuchten, ihr Kapital zu schützen.
Daten von CoinGlass zeigen, dass in den letzten 24 Stunden Kryptopositionen im Wert von über 670 Millionen US-Dollar liquidiert wurden. Long-Trader trugen rund 95 % der Gesamtverluste.
Breite Verluste am gesamten Kryptomarkt
Der breitere Kryptomarkt geriet ebenfalls unter starken Druck: Ethereum fiel um rund 6 % auf etwa 2.100 US-Dollar, während Solana, XRP, BNB und Dogecoin Verluste zwischen 5 % und 12 % verzeichneten.
Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes sank um rund 3,8 % auf etwa 2,56 Billionen US-Dollar, was eine schwächere Risikobereitschaft gegenüber digitalen Vermögenswerten widerspiegelt.
Die mit BlackRock verbundenen Verkäufe erhöhen den Druck.
Einer der Hauptfaktoren, der den Marktdruck erhöhte, waren die Abflüsse aus den Bitcoin- und Ethereum-Fonds von BlackRock am 15. Mai.
Laut Daten des Krypto-Marktbeobachters Crypto Patel verkauften BlackRock-Kunden rund 1.722 Bitcoin im Wert von etwa 136 Millionen US-Dollar.
Die Ethereum-Verkäufe überstiegen ebenfalls 22.600 ETH im Wert von fast 50 Millionen Dollar.
Trotz der jüngsten Verkaufsaktivitäten hält BlackRock über seine Bitcoin-Investitionsprodukte immer noch mehr als 817.000 Bitcoin im Wert von rund 63 Milliarden Dollar.
Das Unternehmen besitzt über seine Ethereum-bezogenen Fonds auch mehr als 3,3 Millionen Ethereum im Wert von etwa 7,2 Milliarden US-Dollar.
Dennoch werteten Kryptohändler diese Kapitalabflüsse als weiteres Zeichen der Vorsicht institutioneller Anleger in einer Zeit, in der die Marktstimmung ohnehin schon schwach ist.
Inflation und steigende Anleiherenditen setzen den Markt unter Druck.
Auch außerhalb des Kryptomarktes reagieren Anleger auf die jüngsten US-Inflationsdaten.
Der US-Erzeugerpreisindex (PPI) stieg im Jahresvergleich um 6 %, nachdem auch die Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) die Erwartungen übertroffen hatten.
Dies dämpfte die Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung durch die Federal Reserve, während viele Händler nun davon ausgehen, dass die Zinssätze längerfristig höher bleiben werden.
Gleichzeitig stieg die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe von rund 4,5 % auf 4,6 %, wodurch sicherere Anlagen im Vergleich zu risikoreichen Anlagen wie Kryptowährungen attraktiver wurden.
Höhere Renditen führen typischerweise dazu, dass Bitcoin und Altcoins an Liquidität verlieren, da Anleger sich Anleihen und risikoärmeren Anlagen zuwenden.
Können sich Bitcoin und Altcoins erholen?
Trotz des starken Rückgangs glauben einige Krypto-Befürworter immer noch, dass sich der Markt stabilisieren könnte, sobald der Liquidationsdruck nachlässt.
Bitcoin konnte sich nach dem Durchbrechen wichtiger Unterstützungsniveaus leicht erholen und notiert aktuell bei rund 76.904,8 US-Dollar, was darauf hindeutet, dass Käufer auch bei niedrigeren Preisniveaus aktiv bleiben.
Die Marktteilnehmer beobachten nun genau, ob Bitcoin kurzfristig die Zone von 77.000 bis 78.000 US-Dollar zurückerobern kann.
Einige Analysten glauben zudem, dass der jüngste Rückgang dazu beigetragen haben könnte, übermäßige Verschuldung aus dem Markt zu entfernen, was die Volatilität in den kommenden Tagen verringern könnte.
Gleichzeitig bleiben Altcoins unter Druck, obwohl viele Händler erwarten, dass sie sich parallel zu Bitcoin bewegen werden, falls es der größten Kryptowährung des Marktes gelingt, Unterstützung zu finden und die allgemeine Stimmung zu verbessern.
Aktuell bleiben Inflationsdaten, Renditen von Staatsanleihen und institutionelle Kapitalflüsse die Hauptpreistreiber. Solange dieser Druck anhält, erwarten Händler, dass der Markt weiterhin sehr empfindlich auf plötzliche Kursbewegungen und Liquidationsereignisse reagiert.
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