Die Verbraucher, die bereits durch einen anhaltenden Preisanstieg erschöpft sind, bereiten sich auf neuen Druck vor – und dieses Mal kommt er vom Kupferpreis.
Die Kupferpreise sind zum ersten Mal überhaupt über 12.000 US-Dollar pro Tonne gestiegen und haben an der Londoner Metallbörse ein Rekordhoch erreicht. Dies hat eine neue Welle von Inflationsdruck in der gesamten Wirtschaft ausgelöst.
Die Rallye spiegelt eine volatile Mischung aus Handelsunsicherheit, Angebotsknappheit und steigender Nachfrage wider – wodurch zunehmend Alltagsprodukte unter Druck geraten.
Zölle heizen den Anstieg an
Die Preise sind unter anderem durch die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle gestiegen, der im August unter Berufung auf nationale Sicherheitsbefugnisse einen 50-prozentigen Zoll auf Kupferhalbzeuge und bestimmte Kupferderivate erhoben hat.
Während raffiniertes Kupfer – das etwa die Hälfte der US-Importe ausmacht – vorerst noch ausgenommen ist, haben die Maßnahmen bereits zu Störungen im Welthandel und einer Verknappung des Angebots für US-Hersteller geführt.
Verstärkt wurde dieser Effekt durch vorgezogene Käufe Anfang des Jahres, da Käufer sich beeilten, Kupfer einzulagern, bevor die Zölle am 1. August in Kraft traten. Dieser Ansturm erschöpfte die verfügbaren Lagerbestände und trieb die Preise weltweit in die Höhe, wodurch Kupfer Rekordniveau erreichte, obwohl die Nachfrage in China, dem weltweit größten Kupferverbraucher, nachgelassen hat.
Das Problem geht über Zölle hinaus.
Zölle sind nur ein Teil der Geschichte.
Die Kupferpreise standen bereits unter Druck, nachdem jahrelange Unterinvestitionen zu einem Mangel an neuen Minen in der Branche geführt hatten. Gleichzeitig ist die Nachfrage sprunghaft angestiegen, da der Kupferverbrauch in Elektrofahrzeugen, beim Ausbau von Stromnetzen, in Projekten für erneuerbare Energien und in Rechenzentren zunimmt.
Da in naher Zukunft nur wenige neue Projekte in Betrieb gehen können, gehen Analysten davon aus, dass die Kupferpreise hoch bleiben werden – und die Verbraucher spüren die Auswirkungen bereits.
Ein direkter Schlag für die Haushalte
Kupfer findet sich in nahezu jedem modernen Haushalt wieder, von der Elektroinstallation und den Wasserleitungen bis hin zu Heizungs- und Kühlsystemen.
Branchenschätzungen zufolge kostet die Neuverkabelung eines Hauses in der Regel zwischen 6.000 und 18.000 US-Dollar und kann bei größeren oder älteren Immobilien bis zu 30.000 US-Dollar betragen – eine Belastung, die mit steigenden Kupferpreisen noch zugenommen hat.
Bauunternehmer berichten, dass die steigenden Kupferkosten bereits jetzt die Angebote für die Modernisierung von Schaltschränken, die Installation von Steckdosen und Renovierungsprojekte, insbesondere in Küchen und Badezimmern, in die Höhe treiben.
Haushaltsgeräte unter Druck
Auch große Haushaltsgeräte geraten zunehmend unter Druck. Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler und Klimaanlagen benötigen in großem Umfang Kupfer für Motoren, Kompressoren und Spulen.
Eine einzelne Waschmaschine kann zwischen einem und zwei Pfund Kupfer enthalten, größere Geräte sogar noch mehr. Steigende Rohstoffkosten reagieren Hersteller häufig mit Preiserhöhungen, reduzierten Werbeaktionen oder einer Verschlechterung der Ausstattung günstigerer Modelle.
Autos – und Elektrofahrzeuge sind noch stärker im Fokus.
Fahrzeuge stellen einen weiteren Druckpunkt dar. Ein herkömmliches benzinbetriebenes Auto enthält etwa 50 bis 55 Pfund Kupfer, während Elektrofahrzeuge aufgrund von Hochspannungsleitungen, Batteriesystemen und Elektromotoren weitaus mehr Kupfer verbrauchen – oft zwischen 150 und 200 Pfund.
Das macht die Preisgestaltung von Elektrofahrzeugen besonders anfällig für Kupferkosten, was die Bemühungen der Automobilhersteller erschwert, Elektrofahrzeuge für die Verbraucher erschwinglicher zu machen.
Auch Elektronik ist nicht immun
Auch elektronische Geräte bleiben nicht verschont. Smartphones enthalten typischerweise 15 bis 30 Gramm Kupfer, während Desktop-Computer mehr als ein Kilogramm enthalten können.
Auch wenn die Menge pro Gerät gering erscheinen mag, bedeutet der Umfang der globalen Produktion, dass höhere Kupferpreise die Hersteller weiterhin unter Druck setzen, insbesondere in den preisgünstigeren Marktsegmenten.
Mögliche Auswirkungen auf die Stromrechnungen
Auch die Energieversorger könnten die Belastung mittelfristig zu spüren bekommen. Kupfer ist ein wichtiger Bestandteil von Stromnetzen und der elektrischen Infrastruktur, und höhere Kosten könnten sich letztendlich auf die Strompreise auswirken, da die Versorger ihre Systeme modernisieren, um Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien zu unterstützen.
Kurz gesagt: Da die Kupferpreise auf einem historischen Höchststand verharren, werden sich die Auswirkungen von den globalen Märkten bis in die Details des Alltags auswirken – und damit eine weitere Belastung für die Verbraucher weltweit darstellen.
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