Die QNB Group erklärte in ihrem wöchentlichen Kommentar, dass die Weltwirtschaft nach einem turbulenten ersten Halbjahr 2025, in dem die Unsicherheit über die US-Zölle nach den umfassenden Handelsmaßnahmen, die US-Präsident Donald Trump unter dem Namen „Tag der Befreiung“ eingeleitet hatte, stark zugenommen habe, begonnen habe, sich an ein restriktiveres Handelsumfeld anzupassen, was Ökonomen und Investoren vorsichtiger mache.
Die Gruppe erklärte, dass Rohstoffpreise im Vergleich zu noch nicht abgeschlossenen Handelsverhandlungen klarere Signale über die globale Nachfrage, den Inflationsdruck und das Anlegervertrauen lieferten. Historisch betrachtet galten Rohstoffpreise als zuverlässiger Echtzeitindikator für wirtschaftliche Wachstumstrends. Ihre jüngsten Entwicklungen deuteten auf moderatere Wachstumserwartungen und ein sinkendes Risiko einer galoppierenden Inflation hin.
Dem Bericht zufolge gibt es drei Hauptfaktoren, die diesen Trend unterstützen:
1- Stabilität der Rohstoffindizes: Die Niveaus liegen weiterhin deutlich unter ihrem zyklischen Höchststand vom Mai 2022 und bewegen sich seit Anfang 2025 in einer engen Spanne. Dies spiegelt das Fehlen von Anzeichen einer übermäßigen nominalen Wachstumsbeschleunigung oder einer starken Verlangsamung mit Rezessionspotenzial wider. Die geringere Volatilität wichtiger Rohstoffpreise (wie Energie und Industriemetalle) verstärkt den disinflationären Kurs trotz des starken Dollarverfalls und der kurzfristigen Inflationsrisiken durch die neuen Zölle.
2. Kupfer-Gold-Verhältnis: Dieses Maß, das häufig zur Messung von Wachstums-, Inflations- und Risikobereitschaftserwartungen herangezogen wird, sinkt weiter. Hätten die Märkte unter Trump auf eine wachstums- und inflationsfördernde Agenda gesetzt, hätte Kupfer – als wachstumssensitive Anlage – Gold als sicheren Hafen übertroffen. Stattdessen spiegelt der aktuelle Trend eine vorsichtigere Haltung wider, die mit einer moderaten Konjunkturabschwächung und stabilen Inflationserwartungen vereinbar ist.
3. Stärke des Goldpreises: Gold notiert derzeit nahe Rekordniveau bei rund 3.330 US-Dollar pro Unze und ist damit seit dem Rohstoffhöchststand im Jahr 2022 um rund 80 % gestiegen. Dies ist vor allem auf steigende geopolitische Risiken und die Präferenz der Anleger für politisch neutrale Vermögenswerte zurückzuführen. Silber – sowohl als monetäres als auch als industrielles Anlagegut genutzt – lag bis vor kurzem hinter Gold zurück, hat aber begonnen zu steigen, was darauf hindeutet, dass die industrielle Nachfrage ihren Tiefpunkt erreicht haben könnte.
Insgesamt geht QNB davon aus, dass die Rohstoffmärkte ein beruhigendes Signal senden: eine moderate Verlangsamung des globalen Wachstums bei anhaltender Desinflation, was einer Art sanfter Landung der Weltwirtschaft inmitten turbulenter politischer Bedingungen gleichkommt.
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